Berufs-

orien­­tierung

In Deutschland gibt es seit der Einführung des BBiG (Berufsbildungsgesetz) 326 anerkannte Ausbildungsberufe (lt. Bundesinstitut für Berufsbildung; Stand 1. August 2019). Zusätzlich gibt es unzählige Berufe, die außerhalb des dualen Systems ausgebildet werden, wie etwa in vollzeitschulischen Ausbildungsgängen.

Mit aktuell 21.364 Studiengängen in Deutschland (www.studieren.de) ist auch dieses Angebot für die Schulabsolventen mit der Hochschulreife nicht gerade übersichtlich. Laut Bericht des BIBB hat im Jahr 2017 jeder vierte seine Lehre/Ausbildung abgebrochen. Die Abbrecherquote stieg in diesem Jahr auf 25,7%. In „Ostdeutschland“ sogar jeder Dritte (31.3%).

Ziele der Berufs­orientierung

Die Ziele der Berufsorientierung an der Neumühler Schule Schwerin lassen sich aus denen in der Präambel dargestellten Zahlen leicht ableiten. Die jugendlichen Schüler sollen in der Auswahl des für sie passenden Ausbildungsberufes/Studienprofils optimal unterstützt werden, um einen vorzeitigen Abbruch und Wechsel zu vermeiden. Dabei sollen die Bedürfnisse der regionalen Wirtschaft Berücksichtigung finden, um auch die jungen Menschen in der Region des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu halten.

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Notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Ausbildung oder einen erfolgreichen Hochschulabschluss bildet eine fundierte/vertiefte Allgemeinbildung inklusive der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Für die Neumühler Schule Schwerin stehen die im unteren Abschnitt genannten Schlüsselqualifikationen im Vordergrund.

Die Ausbildung der genannten Schlüsselqualifikationen erfolgt an der Neumühler Schule in allen angebotenen Fächern und wird entsprechend über Leistungsbewertung (Zensuren) und die Kompetenzeinschätzung, die den Eltern 3 x jährlich zu festgelegten Termine lt. Schuljahresarbeitsplan vorgelegt wird, eingeschätzt. Die Kompetenzbewertung erfolgt getrennt für jedes Fach durch den Fachlehrer (siehe Einschätzung des Arbeits- und Sozialverhaltens).

Berufsbildende Inhalte finden sowohl im Schulinternen Rahmenplan AWT (Arbeit-Wirtschaft-Technik), im Fach Studienorientierung (Gymnasium) als auch im Fachunterricht der verschiedenen Fächer an der Neumühler Schule ihren Platz (siehe Pkt. Fächerübergreifende Inhalte). Im Folgenden werden die einzelnen Bausteine der Berufsorientierung an der Neumühler Schule näher beleuchtet.

Soziale Kompetenz
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Fachliche und Methoden- kompetenz
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Personale Kompetenz

Soziale Kompetenz

  • Teamfähigkeit
  • Kooperationsbereitschaft
  • Höflichkeit
  • Konfliktfähigkeit
  • Toleranz

Fachliche und Methodenkompetenz

• fundierte Allgemeinbildung mit anwendbarem Wissen und Können
• Sprachliche Kompetenz in mdst. 1 Fremdsprache auf dem Niveau der Mittleren Reife
• Medienkompetenz

Personale Kompetenz

  • Zuverlässigkeit
  • Leistungsbereitschaft
  • Belastbarkeit
  • Sorgfalt
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Selbstständigkeit
Interesse geweckt?

Berufsorientierungskonzept

Elternarbeit

Auf der Elternversammlung zu Beginn des 1. Schulhalbjahres der jeweiligen 7. Klassen werden die Eltern über die Inhalte und den Ablauf der Berufs- und Studienorientierung an der Neumühler Schule umfassend informiert. Zuständig ist der Verantwortliche für Berufs- bzw. Studienorientierung der Schule. Den Eltern wird die Bedeutung und Durchführung der Potenzialanalyse, die Durchführung der Praktika sowie die Handhabung des Berufswahlpasses vorgestellt und erläutert.

Die Eltern bekommen auch Adressen und Telefonnummern der Berufs- und Studienberatung der Agentur für Arbeit, welche auch auf der Internetseite der Schule unter www.neumuehler-schule.de zu finden sind.

In Klasse 8 werden die Eltern der Regionalen Klassen durch den Verantwortlichen für Berufsorientierung auf der ersten Elternversammlung des Schuljahres über den Praxistag, dessen Ziele und Inhalte sowie die Organisation informiert.

Zu Beginn eines jeden Schuljahres erfragt der Klassenlehrer jeder Klasse bei den anwesenden Eltern die Möglichkeiten der Vorstellung von Berufen aus der Elternschaft sowie von Betriebserkundungen, auf die dann im Rahmen des AWT-Unterrichtes oder eines Projekttages zurückgegriffen wird. Die entsprechende Liste mit Bereitschaftserklärungen der Eltern wird bei der Schulleiterin sowie dem Verantwortlichen für Berufs- und Studienorientierung hinterlegt.

Auf der 2. Lehrerversammlung des Schuljahres wird den Lehrern der verschiedenen Fächern die Liste vorgelegt, aus der die Lehrer der Fächer mit berufsorientierenden Inhalten (siehe Liste fächerübergreifende Inhalte) Angebote für ihren eigenen Unterricht entnehmen können. Sollte dabei kein passendes Angebot für die geplanten Inhalte des Schuljahres sein, bemüht sich der Fachlehrer um eigene Kontakte zu den entsprechenden Berufsgruppen.

Bewerbung

Ansprechende und überzeugende Bewerbungsunterlagen für Praktika und Ausbildungsplätze sollen die Person des Bewerbers als den für die Stelle geeignetsten präsentieren. Die Bewerber sollen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten, Neigungen und andere Voraussetzungen, die sie für den Ausbildungsplatz auszeichnen in optimaler Form in das Gesichtsfeld des Personalchefs bringen.

Dazu benötigen die Schülerinnen und Schüler Hilfe und Anleitung.

In Klasse 8 ist das Erstellen der Bewerbungsmappe sowohl im Fach Deutsch als auch im Fach Informatik Unterrichtsinhalt. Das Fach AWT wird dabei unterstützend tätig.

Im Fach Deutsch werden vorrangig die Formulierung des Bewerbungsanschreibens und die Inhalte des Lebenslaufes behandelt sowie formale Ansprüche an vollständige Bewerbungsunterlagen besprochen. Die Präsentation im Vorstellungsgespräch, die Erstellung des Anschreibens und des Lebenslaufes am Computer sind Inhalte des Informatik-Unterrichts.

Die Schüler erstellen bereits für die Wahl des Praktikums eine vollständige Bewerbungsmappe. Diese wird durch Lehrkräfte in Deutsch oder AWT geprüft und bewertet.

In Klasse 9 zu Beginn des Schuljahres erfolgt eine Überarbeitung und Ergänzung der Bewerbungsunterlagen. Im Februar/März wird das Thema Vorstellungsgespräch in den Unterricht integriert. Dazu soll aus einem der Kooperationsbetriebe ein Mitarbeiter der Personalabteilung in den Unterricht der Klasse kommen und das Thema Vorstellungsgespräch mit den Schülern erörtern. Zum Ende des 9. Schuljahres bzw. zu Beginn der 10. Klasse sollen die Schüler auf die Anforderungen eines Assessment Centers vorbereitet werden. Dazu wird mit einer Krankenkasse Kontakt hergestellt, die dieses in der Schule praktizieren kann.

Die Bewerbungen für die Ausbildung nach der 10. Klasse werden jeweils vom Fachlehrer Deutsch auf Richtigkeit und Vollständigkeit sowie ansprechende Formulierungen überprüft, bevor diese abgesandt werden. Dieses Angebot macht der Fachlehrer Deutsch den Schülern im 2. Halbjahr der Klasse 9 und zu Beginn der 10. Klasse. Mit der Begutachtung der Bewerbungsunterlagen soll vermieden werden, dass Schüler mit fehlerhaften Unterlagen noch vor einer tiefgründigen Begutachtung im Personalbüro aus der Bewerberliste herausfallen.

Zur Vorbereitung auf ein Bewerbungsverfahren gehört neben der Erstellung vollständiger Unterlagen auch die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch, welche, wie oben angesprochen Inhalt des AWT-Unterrichts ist.

Berufswahlportfolio

Im Berufswahlportfolio dokumentieren die Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Berufswahlprozess. Dieser beinhaltet die Anstrengungen der Schülerin bzw. des Schülers, seinen Lernfortschritt und die erzielten Leistungsresultate auf einem oder mehreren Gebieten. Neben schulischen Leistungen spiegelt ein Berufswahlportfolio auch außerschulisch erworbene Kompetenzen und Aktivitäten wider. Das Berufswahlportfolio wird bei uns an der Schule hybrid geführt – das heißt sowohl in klassischer Papierform als auch auf dem iPad.

Schülerfirma

Unternehmerisches Handeln und Denken ist eine wesentliche Kompetenz, die im Rahmen der Schülerfirma altersgerecht entwickelt wird.

Die Schülerfirma der Neumühler Schule „school 4 you“ ist ein Schulausstatter, der neben Kleidung und Accessoires auch Arbeitsmaterial anbietet. 

Über die Schülerfirma erhalten die Schüler jahrgangsübergreifend Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt mit wirtschaftlichen Zusammenhängen und Strukturen. 

Auf zum Teil spielerische Weise wird der betriebliche Leistungsprozess über Einkauf, Werbung, Veredlung der Produkte bis hin zum Verkauf vermittelt . Somit erfolgt die Arbeit unter realen Marktbedingungen unter dem Schirm der Schule, die Büroräume und die technische Ausstattung zur Verfügung stellt.

Über den reinen Kompetenzerwerb hinaus wollen wir eine höhere Lernmotivation, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit und selbstorganisiertem Lernen sowie Eigeninitiative und Selbstverantwortung fördern, immer unter dem Aspekt eines erfolgreichen Schulabschlusses.

Die Schülerfirma wird als Projekt in der Zeit von 15.15 bis 16.00 Uhr wöchentlich von einem verantwortlichen Lehrer betreut. 

Kompetenzfeststellung

In den 7. Klassen (spätestens in der 8. Klasse) der Regionalen Schule erfolgt für die Mädchen und Jungen jeweils die Potenzialanalyse in enger Zusammenarbeit mit dem SAZ (Schweriner Aus- und Weiterbildungszentrum e.V.).

Hauptschwerpunkte:

1. Kompetenzen und Potenziale entdecken und einschätzen

2. Interessen, Neigungen und Fähigkeiten des Schülers durch verschiedene Tests herausfinden, Arbeitsproben in Einzel- und Gruppenarbeit,

3. In einem persönlichen Gespräch mit den Schülern werden mögliche Schritte für eine berufliche Entwicklung betrachtet. Die Schüler erhalten zum Abschluss der individuellen Auswertung ein Zertifikat für den Berufswahlpass.

Die Potenzialanalyse ist als Einstieg in die Berufsorientierung zu betrachten, in deren Folge dann das praktische Ausprobieren unterschiedlicher beruflicher Tätigkeiten in verschiedenen Werkstätten und Ausbildungseinrichtungen erfolgt.

Durch diese erste Berufsorientierungsmaßnahme sollen die Schüler einen vertiefenden Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt erhalten und damit besser auf die Berufswahl vorbereitet werden.

Im Vordergrund steht hierbei ein auf die aktuellen und regionalen Erfordernisse abgestimmtes Angebot.

Die Durchführung der Potenzialanalyse und die folgenden 10 Werkstatttage in den Werkstätten des SAZ sind kostenlos und werden finanziell durch die EU unterstützt. In der ersten Woche erproben sich die Schüler in 5 Berufsfeldern, in der 2. Woche in 4 Berufsfeldern.

Für die 11. Klasse des Gymnasiums erfolgt im Rahmen der Studienorientierung eine Potenzialanalyse (siehe Studienorientierung).

Studienorientierung

Ziele der Studienorientierung

Die Studienorientierung an unserer Schule setzt die Arbeit mit entsprechenden Schwerpunkten fort, die im Rahmen der Berufsorientierung in den unteren Klassenstufen begonnen wurde. Sie bildet eine weitere Grundlage für eine spätere Berufswahl, der ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität vorausgeht.

Im Rahmen der Studienorientierung

  • klären die Jugendlichen eigene Interessen und Stärken
  • lernen sie die Hochschulstrukturen kennen
  • erarbeiten sie die Eingangsvoraussetzungen, Anforderungen und Perspektiven ausgewählter Studiengänge
  • werden bei der Organisation des Übergangs zum Studium unterstützt
  • erhalten eine Einführung in die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens
  • treffen optimalerweise eine fundierte Studienwahl und erarbeiten Alternativen zu dieser.

Das Maßnahmenbündel „Studienorientierung“ bietet Unterstützung für die Schüler bei dem Prozess der Planung ihres Bildungsweges und ihrer Berufstätigkeit. Da es sich hierbei um einen individuellen Prozess handelt, ist neben der Anwendung geeigneter Methoden auch eine kompetente persönliche Beratung der Schüler sowie das selbstständige Engagement der Schüler und des Elternhauses von großer Bedeutung.

Betriebs­praktikum

Betriebspraktika von Schülern allgemeinbildender Schulen sind in unserem Bundesland verbindliche Schulveranstaltungen an allen öffentlichen Schulen (Regionale Schule, Gymnasium, etc.). Das Schulbetriebspraktikum wird im Zeitraum zwischen der 8. und 10. Klasse durchgeführt und dauert in der Regel zwei Wochen. Zusätztlich bietet die Neumühler Schule den Praxistag an, bei dem Schülerinnnen und Schüler der Klassenstufe 8 am 10 vollen Tagen im Schuljahr jeweils ein Unternehmen unserer Kooperationsbetriebe intensiv kennen lernen, ebenso  den Praxislerntag lt. Verordnung zur Berufsorientierung.

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Alle Schüler einer Klassenstufe leisten das Betriebspraktikum im Regelfall gleichzeitig ab. Unsere Schule bereitet in Zusammenarbeit mit den Betrieben das Praktikum vor (Praktikumsvertrag, Richtlinien für die Gestaltung und eine allgemeine Belehrung). Auch während des Praktikums und in der Nachbereitung wird der Praktikant von dem zuständigen Lehrer betreut. Möglich sind solche Praktika in allen Unternehmen. Für ein erfolgreiches Praktikum ist ein Grundinteresse für den gewählten Bereich förderlich, jedoch nicht Voraussetzung. Denn durch ein interessant gestaltetes Praktikum kann sich ein Interesse an der gewählten Tätigkeit entwickeln. 

Sozialpraktikum

In der 10. Klasse absolvieren die Schüler ein verpflichtendes einwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung unserer Kooperationspartner wie z. B. Schweriner Netztwerk für Menschen oder die Vielfalter gGmbH. Das Besondere am Sozialpraktikum ist, dass die Schüler lernen auf Menschen zuzugehen, die in ihrem Alltag Hilfe benötigen. Dabei sammeln die Schüler nachhaltige Eindrücke und Erfahrungen.

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Welche Tätigkeiten die Jugendlichen während ihres Praktikums ausführen, hängt natürlich von der Art der Einrichtung ab. In erster Linie soll es unseren Jugendlichen gelingen, einen Kontakt zu alten, kranken, benachteiligten oder zu Menschen mit Behinderungen aufzubauen und sich mit diesen zu beschäftigen. Selbstverständlich werden die Schüler nicht zu pflegerischen Tätigkeiten oder anderen schweren bzw. psychisch belastenden Tätigkeiten herangezogen.

Wie läuft das Sozialpraktikum ab?

Einige Wochen vor Beginn des festgelegten Praktikumszeitraumes stellt der Schüler seine ausgewählten Einrichtungen vor. Nach und nach beginnen nun die Praktikumsvorbereitungen. Bei manchen Einrichtungen müssen sich die Schüler in einem persönlichen Gespräch vorstellen. Einige Betriebe erwarten auch eine schriftliche Kurzbewerbung oder ein ärztliches Attest von den Praktikanten. Im Unterricht wird das Thema Sozialpraktikum in den Fächern AWT und Deutsch behandelt. Schließlich treten die Schüler gut vorbereitet ihr Praktikum an. Es wird angestrebt, dass es in jedem Betrieb einen konkreten Ansprechpartner gibt, der für die Praktikanten zuständig ist, ihnen genauere Anweisungen gibt und sie in die örtlichen Gegebenheiten einweist.

Eine Aufgabe besteht darin, im Laufe der Praktikumswoche mit wenigen oder einzelnen Bewohnern, Kindern oder Klienten der Einrichtung ein selbst geplantes Kurzprojekt durchzuführen. Dabei kann es sich um ein Spiel, eine Bastelaufgabe, eine Gehirnjoggingaufgabe oder ähnliches handeln.

Warum führen wir das Sozialpraktikum durch?

Zunächst ist der berufskundliche Aspekt zu nennen. Die Zugangsvoraussetzung für Berufe im sozialpflegerischen Bereich, wie beispielsweise Erzieher/in oder Krankenpfleger/in, ist in der Regel der Abschluss der Mittleren Reife oder ein höherer Schulabschluss. Der sozialpflegerische Bereich bietet eine Reihe von interessanten Berufsbildern sowie viele zusätzliche Weiterqualifizierungsmaßnahmen und hat auf Grund des demographischen Wandels hervorragende Zukunftsaussichten.

Auch wenn sich die Schülerinnen und Schüler sicher sind, dass sie später keine solche Tätigkeit ausüben wollen, erwerben sie doch während des Sozialpraktikums wichtige Schlüsselqualifikationen, die auch in anderen Berufsbereichen gefragt sind. Fähigkeiten, wie Durchhaltevermögen, die Bereitschaft, sich in andere hineinzuversetzen und im Team mit anderen zusammen zu arbeiten, werden im sozialpflegerischen Bereich besonders gefördert.

Unter pädagogischen Gesichtspunkten betrachtet, vermittelt das Sozialpraktikum den Schülern Erfahrungen, die sie wahrscheinlich nie gemacht hätten. Diese dienen der Persönlichkeitsentwicklung und helfen bei der verantwortlichen Gestaltung des eigenen Lebens. Zudem können die Schüler eine größere Wertschätzung für die Arbeit, die im sozialpflegerischen Bereich geleistet wird, entwickeln und eine neue, vorurteilsfreie Sichtweise auf bestimmte Personengruppen entwickeln.

Was bringt das Sozialpraktikum den Schülern?

Manche Schüler sind vor Beginn des Praktikums sehr skeptisch. Das neue Arbeitsfeld spricht sie überhaupt nicht an und sie wollen für diese Praktikumswochen lieber einen Berufsbereich wählen, in dem sie später auch arbeiten möchten. Es soll eine allgemeine Meinungsänderung erfolgen.

Welche Erfahrungen sollen diese Meinungsänderung festigen?

  • Sie erleben, dass ihnen alte, kranke oder behinderte Menschen nett, „normal“ und ausgesprochen dankbar begegnen. Im menschlichen Bereich können sie viele gewinnbringende Erfahrungen sammeln.
  • Sie erhalten mancherorts auch einen Einblick in eine eigene, künftig mögliche Lebenswirklichkeit (Alter, Krankheit, Bedürftigkeit) und setzen sich damit auseinander.
  • Sie entwickeln Verständnis für die Notwendigkeit der pflegerischen bzw. betreuenden Einrichtungen, für die Bedürfnisse der dortigen Klientel und für die Arbeitsbedingungen und Arbeitsbelastungen der Beschäftigten.
  • Sie erhalten realistische Einblicke in die Notwendigkeiten und Bedingungen in diesem künftig immer wichtiger werdenden Berufsfeld. Diese sind dann unabdingbare Voraussetzungen dafür, kompetent mitreden zu können, wenn in einer alternden Gesellschaft mit wachsendem Pflegebedarf und steigenden Pflegekosten in Zukunft viele weitreichende politische Entscheidungen zu treffen sind.
  • Sie stellen fest, dass in den sozialpflegerischen Berufen auch andere als die von ihnen erwarteten Tätigkeiten verrichtet werden. So müssen beispielsweise auch viele Verwaltungsaufgaben oder kaufmännische Tätigkeiten übernommen werden. Auch lernen sie, dass dieser Berufsbereich mit Zusatzqualifikationen durchaus Aufstiegschancen bietet.
  • Manche Schüler knüpfen Kontakte, die sie in ihrer späteren Berufslaufbahn nutzen können.
  • Sie erfahren, dass soziale Einrichtungen große Arbeitgeber sind, die auch Mitarbeiter einstellen, die nicht aus dem sozialpflegerischen Bereich kommen. So arbeitet beispielsweise ein KFZ-Mechatroniker in einer Behindertenwerkstatt oder eine Diätassistentin im Altenheim.